Jule Weber

manchmal würd ich mir wünschen, nicht nur dann respektiert zu werden, wenn ein mikrophon meine stimme lauter macht, wenn man mir eine bühne unter die füße baut, die mich größer macht, manchmal hab ich mir gewünscht, ich hätte große starke hände, denen niemals wieder jemand ihre kraft abspricht, hab ich mir gewünscht, ich hätte ein breites kreuz und einen vollbart, so dass menschen mir ausweichen, wenn sie meinen weg kreuzen, manchmal hab ich mir gewünscht, ich könnte diesen körper ablegen, einfach so, als hülle und in einen anderen schlüpfen, einen so großen, starken, dass niemand jemals zweifeln würde an der kraft und niemals je in frage stellen würde, wie viel respekt ich immerzu verdiene

aus „was dachten wir denn“ (2020)

„…eine beiläufige Tiefe und klugen Witz an unerwarteter Stelle“

aus der Laudatio von Anke Fuchs zum Tullyaward 2019

JULE WEBER (*1993) ist Spoken-Word-Autorin und Slampoetin.
Seit 2009 tourt sie mit ihren Texten im gesamten deutschsprachigen Raum und gewann dabei unter anderem die internationalen Poetry Slam Meisterschaften 2012 im Bereich U20. 2019 wurde sie als beste deutschsprachige Poetin mit dem „Tullyaward“ der Slamszene ausgezeichnet. Sie trinkt zu viel schwarzen Kaffee, tritt am liebsten zu Jazzmusik auf, sie moderiert Veranstaltungen und leitet Bühnen- und Schreibworkshops für Jugendliche. Zudem ist sie gemeinsam mit Yannick Steinkellner als Spoken Word Team „Lingitz&Puchert“ zu sehen.

Neben ihrer Tätigkeit als Autorin ist sie eine aktiv laute Stimme, wenn es um (intersektionalen) Feminismus und familienpolitische Themen geht, insbesondere die Situation von Alleinerziehenden und den alltäglichen Umgang mit psychischen Erkrankungen.

In den sozialen Netzwerken findet man sie unter @webersjule. Finanziell unterstützen als Jule-Weber-Ultra kann man sie unter patreon.com/webersjule

Lautstärke ist weiblich

Nielsen, Clara; Gomringer, Nora (Hrsg.): Lautstärke ist weiblich. Texte von 50 Poetry-Slammerinnen

Die erste deutschsprachige Female-Slam-Anthologie. Viel zu lange war Poetry Slam ein von Männern dominiertes Format, und das völlig ohne Grund! Diese Anthologie versammelt über 50 Texte der besten deutschsprachigen Slampoetinnen. Mitreißende Lyrik und kunstvolle Prosa über Angst, Liebe, Feminismus, Glück, Diskriminierung und Mathematik.

Die Zeit ist reif für dieses Buch! Viel zu lang standen die deutschsprachigen Slampoetinnen im Schatten ihrer männlichen Kollegen. Viel zu oft wurde Poesie von Frauen als »Mädchenlyrik« abgetan. Was für ein Unsinn!
Diese Anthologie stellt eindrucksvoll unter Beweis, wie vielfältig deutschsprachige Slampoetinnen schreiben, dichten, unterhalten, agitieren und erzählen. Unter dem Motto »Was wir zu sagen haben« stellten zwei langjährige Kennerinnen der Szene diese Sammlung zusammen und widerlegen ein für alle Mal das Vorurteil der stimmschwachen Poetin am Mikrofon, denn Lautstärke wird immer feminin sein!

Zu kaufen beim Verlag: http://www.shoptyr.de/epages/82748427.sf/de_DE/?ObjectID=79535529

Fix und Feddich

Das Ruhrgebiet hat seine eigene Stimme und Sprache. Vielleicht ist das der Grund, warum Poetry Slams ausgerechnet hier so viele einzigartige Künstler*innen hervorgebracht haben.
Legen wir also den Finger an den Puls des Strukturwandels und hören einer neuen Generation von Autor*innen zu, die Steinkohle und Stahl durch Stift und Papier ersetzt haben.

Mit Texten von Sebastian 23, Sandra Da Vina, Patrick Salmen, Rebecca Heims, Miedya Mahmod, Jay Nightwind, Jan Philipp Zymny uvm

Zu kaufen beim Verlag: https://www.lektora.de/buecher/fix-feddich/